TIDAL Rising: BRETT

TIDAL Rising: BRETT

Ehrlich, hart und klare Kanten: BRETT eben. Nach zwei EPs, schlicht “EP #1” und “EP #2” benannt, veröffentlicht das Hamburger Quartett jetzt sein Debütalbum WutKitsch auf Chimperator, der musikalischen Heimat von Cro, Teesy und den Orsons. Anders als ihre Labelmates machen sie weder Rap noch Pop, sondern energetischen Rock. Wie der Titel ihres Albums schon andeutet, scheuen sie sich weder politische Haltung noch Emotionen zu zeigen.  Produziert wurde WutKitsch von Franz Plasa (Selig, Rio Reiser, Udo Lindenberg), der die Band von Beginn an begleitet. Höchste Zeit, die Jungs etwas besser kennenzulernen.

 

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Wer sind BRETT? Könnt ihr euch kurz vorstellen?

Wir, Max, Stacki, Stefan und Laurenz sind vier Typen aus Hamburg, die seit dem Erscheinen unserer EP1 im Juli 2016 die Band BRETT repräsentieren und ausmachen. Wir garnieren laute, unhanseatische Gitarrenmusik mit kämpferischen deutschen Texten.

Wann und wie seid ihr zur Musik gekommen?

Da geht ja jeder irgendwie seinen eigenen Weg. Man bekommt die erste Gitarre geschenkt, oder beim anderen steht plötzlich das Schlagzeug im Keller. Man trifft sich mit dem Jungs auf dem Dorf und schreibt die ersten Songs, manche gehen, andere bleiben über. Wir haben uns nach und nach in Hamburg gefunden und sind dann zusammen geblieben, weil wir gut zusammen passen, sowohl im Streit als auch beim Bier in der Kneipe.

Wer sind eure musikalischen Helden?

Da reicht die Palette von Led Zeppelin über Jimi Hendrix bis zu QOTSA, Jack White und The Strokes. Jeder hat da seine eigene Identität, die er in den Schreib- und Probeprozess mit einbringt.

Warum seid ihr nach Hamburg gegangen?

Max und Stacki waren die ersten, die es in die Hansestadt gezogen hat. Da war wohl viel Mythos dabei, der uns vor 7 Jahren dazu bewegt hat, den Harz und sein Vorland zu verlassen. Man studiert dann und macht so typische Sachen. Letztendlich haben wir uns gemeinsam entschieden, Musik zu machen und sind deswegen und wegen der “Hebebühne” immer noch hier.

Was hat es mit der Hebebühne auf sich?

Die Hebebühne ist unser kleiner Leuchtturm. Wir geben hier unserer eigenen kleinen Szene ein Zuhause. Inzwischen mieten sich knapp 25 Parteien in unsere Räume ein. Hier findest du Werkstätten, Büros, Probe- und Workshopräume, sowie eine kleine Kneipe und einen Live-Club: die “Hebebühne”. Die Idee war, Menschen, die kreativ sind oder sein wollen, einen Ort zu geben, wo sie genau das sein können und anderen tagtäglich begegnen können und so ein Netzwerk erschaffen, das sich hilft und unterstützt. Das funktioniert super.

Kommt von den vielen dort verbauten Brettern auch euer Bandname?

Haha- Nein, der entstammt einem wirren Studiogespräch mit unserem Produzenten Franz Plasa, der uns mit diesem Namensanhängsel beschenkt hat.

In welchem Track von WutKitsch steckt am meisten Herzblut?

Das können wir so gar nicht rekonstruieren. Irgendwie steckt in jedem Song eine eigene Geschichte und wir mögen sie alle. Man könnte uns natürlich “Betriebsblindheit” unterstellen und hätte damit vermutlich recht.

Wovor habt ihr am meisten Angst?

Vor unseren Müttern. Aber positive und beflügelnde Angst.

Ihr habt eine Zeitmaschine. In welches Jahr würdet ihr reisen und warum?

1969- Woodstock Festival. Darum!

Kritisiert eure Musik aus der Sicht von jemandem, der sie gar nicht mag.

Sinnlos pathetischer, selbstherrlicher Gitarrenkram mit einem kreischenden Sängerlein und sich zu wichtig nehmenden Trommeln.

Welches Buch sollte jeder gelesen haben?

Der Herr der Ringe Trilogie.

Könnt ihr uns andere aufstrebende Künstler empfehlen?

Tocotronic.

Ein Jahr in die Zukunft geschaut, was war das Beste, das euch 2018 passiert ist?

Die erste GEMA Abrechnung. Mit echtem Geld.

Und zum Schluss: Wenn eure Musik ein Ding wäre, was wäre sie dann und warum?

Entkoffeinierter Chai Latte mit Soja Milch. Klingt irgendwie gesund und fancy. Oder vielleicht Hamburgs feiner Kümmel: Helbing.

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