TIDAL Rising: Christian Löffler

TIDAL Rising: Christian Löffler

Nach vier Jahren Pause meldet sich Christian Löffler mit seinem neuen Album “Mare” zurück. War das Debüt “A Forest” noch stark vom Sampling beeinflusst, ist auf “Mare” fast jeder Sound und jedes Instrument selbst aufgenommen. Zudem hört man Christian zum ersten Mal auf einigen Tracks singen. In unserem TIDAL Rising Interview sprachen wir mit ihm über die Anfänge seiner musikalischen Karriere, die Ostsee und andere Inspirationen seines bewegten, melancholischen Sounds.

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Wer ist Christian Löffler? Kannst du dich kurz vorstellen?
Ich bin 31 Jahre alt, geboren in Greifswald und lebe jetzt nach einigen Umzügen im Seebad Graal-Müritz in Mecklenburg-Vorpommern an der Ostsee. Neben der Musik bin ich sehr an Kunst interessiert und male und fotografiere viel.

Wann und wie bist du zur Musik gekommen?
Mit 14 Jahren habe ich die ersten Musikprogramme am Computer entdeckt und bin auch so erst auf elektronische Musik aufmerksam geworden, die mich vorher nicht interessiert hatte.

Wer waren deine ersten musikalischen Helden?
Wenn ich ganz weit zurückdenke Joe Satriani, Led Zeppelin und Steve Vai. Später und bei elektronischer Musik, definitiv Lawrence, Apparat und Sascha Funke.

Nenne ein Album, einen Künstler oder ein Erlebnis, das deine Sicht auf Musik verändert hat. 
Death Cab For Cutie – The Photo Album

Dein neues Album heißt “Mare” und wurde in Strandnähe eingespielt. Wie hat das Meer und die frische Ostseebrise den Sound des Albums beeinflusst?
Ich denke, man kann die Offenheit und Weite des Meeres und der Küste auf Mare hören. Nicht nur, dass Sounds von hier direkt in die Songs eingeflossen sind, sondern auch der Gedanke, dass alles in ständiger Bewegung ist und wie bei einem Sturm angespült und wieder weggetragen wird. 

Auf dem diesjährigen Reeperbahnfestival hast du lange Schlagen verursacht – wie fühlt es sich an, vom einsamen Strandhaus in volle Clubs zurückzukehren?
Sehr schön! Oft ist es so, dass ich mich und meine Musik nicht unbedingt in der Stadt wiederfinde, aber sobald die ersten Töne erklingen und ich die Reaktionen der Leute spüre, zieht etwas Brandungsrauschen durch den Club.

Morgen geht die Welt unter – was machst du bevor alles zu Ende ist?
Alles stehen und liegen lassen, nichts tun und die restlichen Stunden mit meiner Familie verbringen.

Wie würdest du deinen Großeltern deine Musik erklären?
Das habe ich vor einigen Jahren schon versucht, aber ich denke, sie haben es von Anfang schon ziemlich gut verstanden. Meine Großeltern sind sehr musikinteressiert und elektronische Musik war eigentlich nichts Neues für sie.

Kannst du uns einen anderen aufstrebenden Künstler empfehlen?
Aparde und Sean Piñeiro.

Was kommt für dich als nächstes?
Im Moment plane und probe ich die nächsten Auftritte mit dem neuen Material. Außerdem wird es eine Remix Compilation zu Mare geben. 

Ein Jahr in die Zukunft geschaut, was war das Beste, das dir 2016 passiert ist? 
Die tollen Tage und Wanderungen in Schweden.

Und zum Schluss: Wenn deine Musik ein Tier wäre, was wäre sie dann und warum?
Eine Qualle, frei, transparent und schwebend.

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