TIDAL Rising: Gurr

TIDAL Rising: Gurr

Gurr, das sind Andreya Casablanca und Laura Lee. Gerade haben sie ihr Debütalbum “In My Head” herausgebracht. Aufgenommen haben sie die Songs rund um ihre Freundschaft im Berliner Funkhaus. Das Ergebnis nennen die beiden “First Wave Gurricore”,  eine Mischung aus Garagenrock mit psychedelischen Elementen und Wave-Referenzen. Wir haben Gurr ein paar Fragen geschickt, um sie ein bisschen besser kennen zu lernen.

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Wer sind Gurr? Könnt ihr euch kurz vorstellen?

Gurr sind Andreya Casablanca und Laura Lee – zwei Freundinnen, die sich an der Universität während des Amerikanistik Studiums getroffen haben. Wir lachen gerne, hängen ab, quatschen über Bands, Filme und Kunst, obwohl Laura eigentlich eher nur über Blur und Oasis abnerdet.

Wann und wie habt ihr angefangen, Musik zu machen? Wie habt ihr euch als Band gefunden?

Wir hingen eines Nachmittags mal wieder bei Andreya zuhause rum und buchten billige Flüge nach England, wo wir dann am Ende 5 Wochen backpacken waren. Dort erzählten wir allen Leuten, wir wären eine Band. Als wir dann nach Berlin zurückkehrten, mussten wir unseren Plan durchziehen und nahmen vier Songs auf einem Kassettenrekorder auf. Diese landeten am Ende auf einem unserer damaligen Lieblingsblogs, yvynyl. Wir wurden dann in einige Clubs in Berlin eingeladen, um Liveshows zu spielen. Das hat uns einen unheimlichen Motivationsschub gegeben und wir schrieben einfach weiter an einer EP. Und jetzt, nach zwei Jahren mit exzessiven Tourneen, haben wir unser erstes Album fertiggestellt!

Wer sind eure musikalischen Idole?

Als wir angefangen haben waren Westküsten-Garagenrock-Bands wie Ty Segal, Wavves oder Thee Oh Sees eine große Inspiration. Wir mögen auch Bleached und Best Coast sehr und konnten es nicht glauben, als wir mit den beiden in Deutschland auf Tournee gehen durften! Aktuell lieben wir Bands wie Broncho, Warpaint und Klaus Johann Grobe.

Nennt ein Album, Künstler oder Erlebnis, das eure Sicht auf Musik verändert hat.

Gerade als wir die Band gegründet hatten, spielten Thee Oh Sees im White Trash in Berlin, die wollten wir unbedingt sehen. Ich, Laura, kam mit High Heels in den Club und Andreya sagte “Du bist verrückt!” und zwang mich, meine Schuhe noch einmal zu wechseln. Ich denke, sie hat mir damit das Leben gerettet. Die Show war SO VERRÜCKT und voller Energie. In High Heels hätte ich mir wahrscheinlich die Beine gebrochen.

Die Energie des Konzertes hat uns so beeindruckt: John Dwyer, der Sänger und Gitarrist, war schon fast wie ein Puppenspieler, alle Anwesenden drehten einfach komplett ab! Ich denke, wir suchen auch nach so einer Art von Energie und Verbindung zum Publikum, wenn wir auf der Bühne stehen.

Erzählt uns mehr zu eurem Debütalbum, “In My Head”. Was erwartet uns?

Auf “In My Head” lassen wir euch wirklich in unsere Köpfe und Gedanken hinein. Auf unserer EP haben wir eigentlich nur rumgeblödelt und Songs über Joseph Gordon Levitt geschrieben. Das Album erzählt die Geschichten von düsteren Gestalten. Zum Beispiel von einem 30 Jahre alten Typen, der niemals von der Bar nach Hause kam. In “Mildred” geht es um die Hauptfigur des 70-Jahre Streifens “3 Women”, die versucht genau so zu sein wie ihre Freundin, und sie dabei gnadenlos kopiert.

Könnt ihr uns einen anderen aufstrebenden Künstler empfehlen?

Wir haben gerade die neue Single unserer Labelkollegen “Sun And The Wolf” gehört und fanden sie großartig – hörte sich an wie ein toller Tame Impala-Song.

Was kommt als nächstes für Gurr?

Im Oktober wird unser Album “In My Head” erscheinen, damit gehen wir dann in ganz Europa auf Tour. Im März geht es dann nach Austin zu SXSW, das wird aufregend! Wir werden außerdem zum ersten Mal in Großbritannien spielen. Das macht uns wirklich froh, schließlich kommen von dort so viele wunderbare Bands. Also, sollten wir auch in eurer Stadt spielen, kommt vorbei und sagt Hallo!

Ein Jahr in die Zukunft geschaut, was war das Beste, das euch 2016 passiert ist?

Es ist schon so viel Tolles passiert, aber da wir wirklich sehr gerne Live spielen, wäre eine Tour in Japan oder Brasilien ein absoluter Traum für uns. Wir lieben Reisen, mögen es, neue Leute zu treffen und entdecken gerne unbekannte Städte. Sich nächstes Jahr nur auf die Musik zu konzentrieren wäre auch echt großartig. Im Moment stemmen wir unsere Jobs, Masterstudien und die Band gleichzeitig. Wir würden auch wirklich gerne mehr über das Aufnehmen von Musik lernen und ein neues Album produzieren.

Und zum Schluss: Wenn eure Musik ein Ding wäre, was wäre sie dann und warum?

Unsere Musik wäre ein Falafel-Halloumi Sandwich mit Erdnusssoße, das ist einfach das beste Essen, das es in Berlin gibt. Wir sind abhängig davon, und obwohl wir sehr von britischer und amerikanischer Musik beeinflusst sind, ist Berlin die größte Inspirationsquelle für uns!

 

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