TIDAL Rising: Perel

TIDAL Rising: Perel

Die Wahlberlinerin Annegret Fiedler aka Perel hat sich schon in verschiedensten Stilen der elektronischen Musik ausgetobt und sich in den letzten Jahren als DJ etabliert. Nach einer frühen Phase als Indiepop-Sängerin zog es sie zu klassischem House und Techno ohne Vocals. Nun hat sie ihren ganz eigenen Sound gefunden und mit ihm auch eine neue Labelheimat. Als erste Deutsche hat sie einen Vertrag beim renommierten Label DFA Records (LCD Soundsystem, The Juan Maclean, Factory Floor) bekommen. Auf ihrem Debütalbum “Hermetica” kombiniert sie Synthie-Pop, Techno, Krautrock und Darkwave-Elemente. Eine faszinierende Mischung, die dann noch durch ihren klaren, deutschsprachigen (Sprech-)gesang gekrönt wird. Wir sind begeistert und wollten Perel etwas genauer kennenlernen.

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Wer ist Perel? Kannst du dich kurz vorstellen?
Perel ist Annegret Fiedler, eine Musikerin, die auflegen und produzieren liebt. Sie wurde in Sachsen geboren, hat Soziologie studiert und lebt nun seit einer Weile in Berlin.

Wann und wie bist du zur Musik gekommen?
Musik ist mir in die Wiege gelegt worden und deshalb musiziere ich auch schon mein Leben lang.

Wer waren deine ersten musikalischen Helden?
Backstreet Boys und Eurythmics.

Welchen Song aus deiner Produktionsvergangenheit würdest du heute nicht mehr so aufnehmen?
“Charles Manson” u.a.

Welcher Song beendet dein Set, wenn du als DJ auftrittst?
“Alles”

DJ oder doch DJane, falls dich die Frage noch nicht zu Tode nervt?
Ich reise ohne Tarzan, daher ganz klar: DJ.

Welcher Künstler auf deiner neuen Labelheimat DFA macht dich am stolzesten, dort gelandet zu sein?
Ausnahmslos alle Künstler.

Was sagt uns der Albumtitel “Hermetica”?
Der Titel bezieht auf die hermetischen Schriften – eine spirituelle Offenbarungs- und Geheimlehre aus der Antike, welche mich in den letzten zwei Jahren sehr inspiriert. Dadurch ist das Album in einem recht natürlichen Fluss entstanden.

In den Info-Texten zu dir steht immer nur, du bist aus Sachsen. Wo genau kommst du denn her und wie war es, von dort nach Berlin zu ziehen?
Ich komme ursprünglich aus einer Kleinstadt im Erzgebirge namens Thalheim. Dort ist es eigentlich ganz nett. Natürlich nicht viel los, deshalb muss man irgendwann den Finger ziehen. Ich bin von dort nach Halle zum studieren gegangen bevor ich in Berlin gelandet bin.

Hattest du jemals Probleme, als Frau in der elektronischen Musik ernstgenommen zu werden?
Sicher. Ich könnte jetzt viele Episoden hierzu aufzählen, aber ich möchte lieber auf das Positive konzentrieren und aktuell fühle ich so viel Zuspruch und Respekt von allen Seiten für meine Produktionen. Es wird immer Menschen geben, die missgünstige und sexistische Kommentare äußern, aber diesen versuche ich aus dem Weg zu gehen.

Kritisiere deine Musik aus der Sicht von jemandem, der sie überhaupt nicht mag.
Kitschig übertriebene Synth Pads, zu retro, zu deutsch, haha! Und gibt’s auch Tracks ohne Arpeggios??

Was war das absurdeste, das dir bisher in deiner musikalischen Karriere passiert ist?
Typen, die mich anfassen, während ich hinter dem DJ-Pult stehe. Ich kann mich dann ja nicht mal bewegen, weil ich gerade auflege! Oder das eine Mal, als ein Typ, offenbar massiv auf Droge, immer wieder auf die CDJs gefasst hat, bis die Musik ausging. Hallo Security, DAS ist eure wichtigste Aufgabe!

Kannst du uns eine andere aufstrebende Künstlerin empfehlen?
HAAi und Paramida.

Was kommt für dich als nächstes?
Meine Periode.

Ein Jahr in die Zukunft geschaut, was war das Beste, das dir 2018 passiert ist?
Ganz klar: HERMETICA.

Und zum Schluss: Wenn deine Musik ein Ding wäre, was wäre sie dann und warum?
Ausgeschlossen. Musik ist Musik. Ich mag Visualisierungen sehr, aber Musik an sich kann nicht Verdinglicht werden. Das ist so als ob man versucht den Aggregatzustand zu ändern. Das ist zwar möglich, aber dann ist es eben nicht mehr Musik. Zudem finde ich es toll, dass jeder etwas anderes in meiner Musik sieht.

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